17.02.2016

Einsatz Linz am Rhein (05.01.2014)

Hangrutsch in Linz am Rhein - Technisches Hilfswerk überwacht drohenden Erdrutsch mit Spezialausstattung

Meldung des OV Neuwied:

"In einem Wohngebiet in Linz am Rhein droht seit Montag der Abrutsch eines Hanges. Zur ersten Sicherung überwachte das Technische Hilfswerk sowohl Hang als auch Wohnhäuser mit dem Einsatzstellensicherungssystem (ESS).

In einem Wohngebiet in Linz am Rhein droht seit dem 05.01.2015 der Abrutsch eines Hanges. Neben der vorsorglichen Evakuierung von 4 betroffenen Einfamilienhäusern alarmierte die Feuerwehr Linz den nächstgelegenen Ortsverband Neuwied für Unterstützungsmaßnahmen bei der Absicherung des Hanges. Für die Überwachung von Gebäude und Hang wurde das Einsatzstellensicherungssystem (ESS) aufgebaut, welches durch Einsatzkräfte aus den THW-Ortsverbänden Koblenz, Remscheid und Sinzig betrieben wurde. In den Abendstunden übernahm das Technische Hilfswerk die Einsatzleitung und führte die Überwachung eigenständig fort und übergab am Dienstag die Leitung an die zuständige rheinland-pfälzische Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord. Das THW steht der Einsatzleitung weiterhin mit einem Fachberater aus dem OV Neuwied zur Verfügung.

Messungen ergaben, dass die Rutschungsgeschwindigkeit pro Stunde etwa 2 Zentimeter beträgt. Die Ursache für den Hangrutsch ist bislang noch unbekannt. Am Dienstag Mittag wurde entschieden, dass zwei der vier Wohnhäuser evakuiert bleiben. Die Gaszufuhr wurde vorsorglich geschlossen. Als Sofortmaßnahme finden nun oberhalb des Hanges Baumfällarbeiten bzw. Hangräumungsarbeiten statt, um die aufgetretenen Rutschfugen abdecken zu können. So soll verhindert werden, dass weiteres Wasser in den Hang eindringt. Außerdem findet eine dauernde messtechnische Überwachung der Hangbewegung durch ein Vermessungsbüro statt. Darüber hinaus wird die SGD Nord als Obere Bodenschutzbehörde in Abstimmung mit dem rheinland-pfälzischen Landesamt für Geologie und Bergbau (LGB) ein geotechnisches Fachbüro mit der täglichen Überwachung und Bodenuntersuchung beauftragen. So soll zweifelsfrei geklärt werden, weshalb der Hang ins Rutschen geriet.

Nach der flächendeckenden Auslieferung der ESS-Sätze kam das System nun zum ersten Mal in Rheinland-Pfalz in den Großeinsatz. Die Aufgabe des ESS ist die Sicherung und Überwachung von angeschlagenen oder einsturzgefährdeten Gebäuden und Konstruktionen, aber auch von Hängen bei einem drohenden Erdrutsch. Auch ein gleichzeitiger Betrieb mehrerer Systeme an einem Einsatzort ist möglich. Baufachberater des THW werten die gemessenen Daten aus und beraten die Einsatzleitung bei den notwendigen Sicherungsmaßnahmen. Das ESS basiert auf der Anwendung eines Tachymeters aus der (Land-)Vermessungstechnik, welches um zahlreiche Modifikationen und Steuerungsmöglichkeiten ergänzt wurde. Das Tachymeter kann mittels Funkverbindung von einem Notebook aus einer Entfernung von bis zum 500 m betrieben werden und schützt so auch die eingebundenen Einsatzkräfte. Mit dem ESS besitzt das THW ein Schutzsystem mit Alleinstellungsmerkmal, dass den Schutz von Einsatzkräften und Privatpersonen in Einsatzgebieten in besonderer Weise unterstützt."




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